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DEFAULT : Update2:"Ein See mit Geschichte" - der Bierbachsee
19.04.2020 22:33 ( 1331 x gelesen )

Das "Aus" für einen See mit "bewegter" Vergangenheit ?

Ein völlig fremdes Bild bietet sich zur Zeit dem Spaziergänger oder Wanderer, der auf dem Weg unter dem alten Bierbachviadukt hindurch Richtung  Hochberg marschiert .Der See des Eifelzoos, an dessen Ufer der Weg vorbeiführt, ist verschwunden. Statt der Wasserfläche  breitet sich vor dem Auge des Betrachters schon ein paar Wochen eine schlammige Fläche mit einigen entwurzelten Bäumen aus, wie die Bilder von Samstag, dem 18.04.2020,(W.R.)  zeigen.

Zum Vergrößern auf die Bilder klicken !

Bereits 3 Wochen vorher hatte man begonnen, den Damm des Bierbachsees mit einem Bagger zu öffnen, um das Wasser kontrolliert in die Bier ablaufen zu lassen. Wie aus der Presse zu entnehmen, erfolgt diese Maßnahme durch den Zoobetreiber im Rahmen einer geplanten Neuausrichtung und Umstrukturierung des Eifelzoos.

Die Fotos wurden am 28.03.2020 von Monika Winkelmann aufgenommen.
Fotos vom 30.03.2020 (links) und vom 04.04.2020 (rechts) :W.R.
Das Ablassen des Wassers dürfte das Ende des Bierbachsees in dieser Form bedeuten, dessen Ursprünge schon über 100 Jahre zurückliegen und dessen Geschichte auch tragische Begebenheiten enthält.


Die Entstehungsgeschichte des Bierbachsees

Pronsfeld stellte durch den Ausbau der Bahnstrecken (Gerolstein-Pronsfeld - St Vith und Pronsfeld-Neuerburg sowie Pronsfeld -Waxweiler ) einen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt im damaligen Eisenbahnnetz der Königlich Preußischen Eisenbahn dar. Der Betrieb mit Dampflokomotiven  erforderte neben Kohlen auch größere Mengen an Wasser. Diesen Wasserbedarf wollte man durch die Anlage eines Stausees im Bierbachtal decken. Das Wasser sollte dann zum Bahnhof Pronsfeld gepumpt werden. Die erforderlichen Bauten für den Stau des Wassers  wurden zwar angelegt, aber eine Rohrleitungsverbindung wurde nicht geschaffen. Das Projekt wurde letztendlich nicht verwirklicht.  (Das  Wasser für die Dampfloks wurde schließlich  der Prüm und der Alf entnommen, über eine Rohrleitung  in einen Hochbehälter auf dem Schleiferberg gepumpt und gelangte in natürlichem Gefälle zu den hohen, schwenkbaren Wasserkränen (⇒ Bild) im Bahnhof Pronsfeld)

Wie Richard Hansen (in Pronsfeld geboren, später in Duisburg lebend) in einem Beitrag für den Geschichtsverein Prüm berichtet, gründete man in den Jahren 1931/1932 in  Pronsfeld einen Verkehrsverein. Er schreibt: “Eine besondere Attraktion sollte ein Strandbad im Bierbachtal werden, welches mit geringen Mitteln verwirklicht werden konnte.“       „ Durch Schließen eines Schiebers und Einleitung des Baches in sein altes Bett konnte ein See entstehen von den Ausmaßen ca.320m lang, ca. 40 m breit und größte Tiefe 3m. Ein damals sehr aktiver Kolpingsverein ergänzte in freiwilliger Arbeit die Vorbereitungen durch eine stabile Umzäunung und legte an den Hängen rings der Bier Wanderwege mit Sitzbänken an.“ 

Das Foto (aus dem Pronsfelder Bilderbogen) zeigt einen Zug, der von Pronsfeld kommend über das  Viadukt bergwärts  in Richtung Neuerburg „dampft“. (Die Strecke wurde 1907 eröffnet)  Im Vordergrund liegt der See , an dessen Ufer links der Wirtschaftsweg Richtung Hochberg verläuft, und auf der rechten Seite führt der breite Weg von Lünebach Richtung Masthorn  (heute Kreisstraße) . Weiterhin sind Anlagen aus Beton zu erkennen, die der Wasserführung des Bierbaches sowie zum Stauen dienten. Auch ein runder Schachtbau – wohl gedacht zur Wasserentnahme – gehört zu den Bauten, die auch heute noch sichtbar sind.

Der See im Bierbachtal wurde zu einem beliebten Ausflugsziel und bot Gelegenheit zum Schwimmen. Auf dem Bild posiert eine junge Frau auf einem der Betonbauten am Damm ; dahinter die Eisenbahnbrücke, die 1945 von deutschen Pionieren beim Rückzug gesprengt wurde.

Tragisches Geschehen im Bierbachtal

Am 12.Juni 1932, an einem Sonntag, ereignete sich am Bierbachsee ein schreckliches Unglück: ein junger Mann aus Pronsfeld – Johann Kaspar Kribs  (geb. am 24.06.1909), wohnhaft in der Hauptstraße  - ertrank  im Alter von fast 23 Jahren beim Schwimmen im See. 

Fotos aus dem "Pronsfelder Bilderbogen" : Links der vor dem Wohnhaus der Fam. Kribs aufgebahrte Sarg des Verunglückten; rechts der Trauerzug in der Hauptstraße, angeführt von Pfarrer Peter Bund (Pfarrer in Pronsfeld von 1923 - 1933)
Die Bevölkerung nahm großen Anteil an seiner Beerdigung und seine Kolpingkameraden trugen den weißen Sarg. Besonders tragisch war , dass am Tag der Beerdigung des Verunglückten ein weiteres Opfer zu beklagen war – ein Schüler ertrank im Bierbachsee. Wie Recherchen ergaben, wurde für Pronsfeld  der Tod eines Jakob Schweinen aus Niederprüm für den 15.06.1932  gemeldet. Es ist davon auszugehen, dass der Ertrunkene ein Schüler der damaligen Missionsschule Niederprüm war. Wegen der beiden Todesfälle wurde das Wasser des Sees abgelassen.

Richard Hansen hat das Geschehen in Gedichtform festgehalten.

An einem Sonntagnachmittag (Pronsfeld 1932)

Goldengelb der Ginster blühte.

An den Bergen rings der Bier.

Die Sonne heiß am Himmel glühte,

wärmend den gestauten See.

Über Pronsfeld legt sich tiefe Trauer,

ertrunken ein so guter, junger Mann.

Entsetzt sind seine Kolpingfreunde,

die mit ihm gestaltet dieses Tal.

Auf Wanderwegen zogen die Leute,

durch das schöne Bierbachtal.

Aus Lünebach hört man Glocken läuten.

Romantik wärmte das Gefühl.

Dienstags trug man ihn zu Grabe.

Das ganze Dorf gab ihm das Geleit.

Doch, als man senkt ihn in die Grube,

ein neuer Toter lag am Bierbachstrand.

Groß und Klein vergnügten sich im Wasser,

sich bräunend lagen sie am Strand.

Doch dann: aus Freude wurde Schrecken.

Kribs Kaspar zog man tot an Land 

Ein Schüler einer Prümer Schule,

der da – o Gott- ertrunken war.

Das war zu viel für die Gefühle.

Man öffnete die Schleuse – das Tal lief leer

Nach dem Ablassen des Wassers entstand wieder eine von der Bier durchflossene  feuchte Talaue, die von der Eisenbahnverwaltung, der Besitzerin des Geländes, für eine landwirtschaftliche Nutzung als Weide und Wiese  verpachtet wurde. Fast 30 Jahre herrschten hier vor allem  Ruhe und Einsamkeit, unterbrochen nur von den Geräuschen der über das Viadukt vorbeifahrenden Züge.

Gegen Ende der 1950er Jahre wurde das ehemalige Eisenbahngelände im Bierbachtal vom Kölner Kaufmann Hans Wallpott  - damals Jagdpächter in Lünebach - erworben . Er legte mehrere Fischteiche für eine Forellenzuchtanstalt an und auch ein großer Weiher, der ebenfalls der Fischzucht diente, bildete sich,  nachdem ein neuer Damm am Eisenbahnviadukt errichtet worden war. Wie Protokolle  der Gemeinde Pronsfeld aus dem Jahr 1960, auf deren Gemarkung die Fischzuchtanstalt mit dem Seel lag, aufzeigen, kam es damals auch zu Meinungsverschiedenheiten über Fischereiausübung an der Bier sowie über die Ableitung von Wasser aus der Bier.

An diese Zeit kann sich der Verfasser dieser Zeilen noch gut erinnern, machte er doch damals (1960, wenn die Erinnerung nicht täuscht) erstmals Bekanntschaft mit dem späteren Zoobesitzer Hans Wallpott.  Ein Lünebacher Schulfreund hatte entdeckt, dass am Ufer des neuen Sees ein Ruderboot lag. Eine Fahrt mit dem Boot wäre doch ein echtes Abenteuer!  Man traf sich am See, machte das Boot los und startete. Weit kamen die beiden allerdings nicht, denn unverhofft tauchte der Bootsbesitzer, den man in Köln wähnte, auf und pfiff die „Seefahrer“ zurück. Nach einer wortgewaltigen und lauten „Gardinenpredigt“ konnten die beiden Abenteurer abziehen.

Der Ausschnitt eines Fotos (W.R.) von 1962 zeigt den See und das im Jahr 1952 fertiggestellte neue Eisenbahnviadukt über das Bierbachtal. Die Hänge an den Ufern des Gewässers waren damals noch nicht bewaldet und erlaubten einen freien Blick über das Tal.

Blick auf die Forellenzuchtanlage Wallpott Anfang/Mitte der 1960er Jahre (W.R.)
1962: Bilder aus "Vorzeiten" des Eifelzoos: Wildschweine und Damwild ( W.R.)

In den Folgejahren verwirklichte Hans Wallpott im Bierbachtal nach und nach seinen Lebenstraum. Nach dem Bau seines Wohnhauses (1962) und einer Kapelle (Weihe 1969 durch Pfarrer Schlich aus Pronsfeld ) und weiteren Geländezukäufen widmete er sich mit großer Tatkraft   dem Aufbau eines Tierparkes, der 1972 offiziell als „Tierpark Neu-Bierbach“ eröffnet  und später nach etlichen Erweiterungen – auch im Tierbestand – in „Eifelzoo“  umbenannt wurde.  Der See bot zahlreichen Wasservögeln und Fischarten einen natürlichen Lebensraum. Eine „Affeninsel“ war  Heimat eines lebhaften Völkchens.  Nur ein kleiner Teilbereich wurde touristisch genutzt: mit einem automatisch gesteuerten Sessellift konnte man ein Stück über das Wasser schweben.

Aus dem früher frei liegenden See wurde durch Baumpflanzungen immer mehr  ein „Waldsee“, der zu einem beliebten Fotomotiv wurde. Dieses Bild (W.R.) entstand im Herbst 2013.

Am 1. Juni 2018 wurden die Anlagen des  Eifelzoos durch ein Unwetter  sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Auch der Damm des Sees war beschädigt, und die  Wassermassen des reißenden Bierbaches spülten Schlamm und Steine in das Tal. Trotz der katastrophalen Auswirkungen entschied sich Frau Annemie Wallpott , die nach dem Tod ihres Mannes (2017) den Zoo leitete, weiterzumachen. Allerdings soll nach den Vorstellungen der neuen Leitung eine Neuausrichtung erfolgen : Weg vom Zoo hin zum Tiergehege, in dem man den Tieren nahe sein kann.

Es ist wohl geplant, die Wasserfläche stark zu reduzieren und den Rest des Geländes anderweitig zu nutzen. Ehe dies alles verwirklicht ist, wird sicher noch eine Weile vergehen. Es wäre zu wünschen und zu begrüßen, wenn viele Menschen den Weg in das Bierbachtal zwischen Pronsfeld und Lünebach finden würden, um die schöne und mit viel "Herzblut" gestaltete Tierpark-Anlage zu besuchen.

Über den Neustart im Eifelzoo berichtet der SWR in der Landesschau : Hier klicken

(Bericht über den Bierbachsee: W.R.)

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