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DEFAULT : "Kaisers Geburtstag" in Pronsfeld 1887
25.03.2019 20:03 ( 697 x gelesen )

Die "Eifeler Volkszeitung" berichtet aus Pronsfeld

Am 22. März 1887 feierte man auch in Pronsfeld – wie überall im Deutschen Kaiserreich – den Geburtstag von Kaiser Wilhelm I., der an diesem Tag 90 Jahre alt wurde. Wilhelm I war seit 1871 Kaiser des neu gegründeten Deutschen Reiches.

Matthias Kockelmann, der aus Pronsfeld stammende Leiter des Museums Prüm, entdeckte in der Ausgabe der „Eifeler Volkszeitung“ vom 13. März 1887 einen Bericht über dieses Ereignis  und stellte ihn freundlicherweise zur Verfügung. Um das Lesen dieses Zeitdokumentes zu erleichtern und zu verstehen , wird es hier in der heute üblichen Schrift  wiedergegeben und Sachverhalte werden durch Anmerkungen erklärt, die damals übliche Rechtschreibung wird beibehalten.

Wenn Sie den Text im Original lesen wollen, klicken Sie bitte auf den Zeitungsausschnitt.

Pronsfeld, 23. März. Das Geburtsfest Seiner Majestät des Kaisers wurde hier auf`s Festlichste begangen. Um 7 Uhr Uhr Morgens wurde das Fest durch 3 Böllerschüsse angekündigt. Alsdann versammelten sich die Beamten und Notabilitäten  und begaben sich gemeinschaftlich zur Kirche, um dem Festgottesdienste mit Te deum beizuwohnen. (Anm.:  Notabilitäten = wichtige, bedeutende Persönlichkeiten) Hierauf fand die Schulfeier statt, welche durch eine zum Feste angepaßte Rede des Herrn Lehrers Krämer eingeleitet wurde.(Anm.: Peter Krämer Lehrer in Pronsfeld von 1886 – 1911, verstorben 1923) Nachdem die National-Hymne verklungen, trugen Schüler und Schülerinnen einige patriotische Gedichte vor. Nach Schluß der Feier wurden die sogenannten Kaiserwecken unter die Kinder vertheilt.(Anm.: Am Geburtstag des Kaisers erhielten alle Kinder einen „Wecken“ (Hefeteiggebäck)

Um 7 Uhr Abends versammelten sich die Festtheilnehmer in dem sinnreich geschmückten Festsaale des Gasthofes zur Post bei Herrn Spoden um einem Abendessen, welches zur Ehren des Tages stattfand, beizuwohnen.(Anm.: Die Kaiserliche Post und der Gasthof zur Post in der Bahnhofstraße bildeten eine Einheit. Besitzer war N.Spoden,der aus Brandscheid stammte. Er betrieb auch Handel mit Kolonialwaren,Baumaterialien und Landesprodukten) Kurz vor der Eröffnung des Essens fand vor dem geschmückten Postgebäude eine Aufstellung von 30 Elementarschülern statt, welche Lampions trugen. Während Böllerschüsse ertönten, hielt Herr Postverwalter Holzer, der in voller Uniform vor dem Bilde Seiner Majestät des Kaisers stand, welches im Rahmen eines Fensters des Postbureaus, auf`s Geschmackvollste decorirt, angebracht war, in kurzen, aber kernigen Worten eine die Bedeutung des hohen Tages hervorhebende Ansprache. Er schloß mit einem dreimaligen Hoch auf Seine Majestät den Kaiser, in das die versammelte Menge begeistert einstimmte, worauf noch das „Heil dir im Siegerkranz“ gesungen wurde. (Dieses Lied -auch Kaiserhymne genannt - galt auch als Nationalhymne. Lied mit Text auf YouTube: hier klicken)

Während des Essens hielt Herr Gutsbesitzer von Köller die Festrede, welche darin gipfelte, daß er in kurzen Zügen die Entwicklung des Deutschthums darlegte und zeigte, daß unter der glorreichen Regierung Seiner Majestät des Kaisers das Nationalbewußtsein, nicht allein im geeinten deutschen Mutterlande, sondern auch bei allen Deutschen auf den übrigen Punkten des Erdballs zum vollen Bewußtsein gelangt und die Garantie gegeben sei, daß der innere Ausbau des Reiches und seine Festigung rasch erreicht werde. Mit einem dreimaligen Hurrah auf Seine Majestät den Kaiser schloß der Redner.

Während der dreiviertelstündigen Rede wußte der Vortragende die Zuhörer in gespanntester Aufmerksamkeit zu halten, so daß dieselben aus vollstem Herzen in das dreimalige Hoch auf Seine Majestät den Kaiser einstimmten. Hierauf folgte der herr Lehrer Heimes  mit einem Toast auf Ihre Majestät die Kaiserin.(Anm.: Johann Josef Heimes,geb. 1832, Lehrer in Pronsfeld) (Anm.: Kaiserin war Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach )  Auch Seiner Excellenz des Herrn Generalfeldmarschalls Grafen von Moltke wurde in einer kurzen, sinnreichen Ansprache seitens des Herrn Kaufmanns Kausen  gedacht.(Anm.: vermutlich Vorfahre der Kaufmannsfamilie Kausen,  wie N. Spoden aus Brandscheid stammend). Unter Absingung von einigen patriotischen Liedern fand das Fest in später Stunde  einen glänzenden Abschluß.

Schließlich muß noch erwähnt werden, daß Küche und Keller des Herrn Spoden nichts zu wünschen übrig ließen.

Meinung: Dieser Bericht gibt die damals im Reich herrschende überschwängliche patriotische – teils von übertriebenem Nationalstolz geprägte -  Stimmung wieder,  mit der man auch 27  Jahre später  in den I. Weltkrieg zog.

Bilder zum Zeitungsartikel:

Kaiser Wilhelm I. 22.03.1797 - 09.03.1888 ; Das Reiterstandbild am Deutschen Eck in Koblenz stellt Wilhelm I dar.

Post und Gasthaus zur Post (N. Spoden)
Bahnhof und Gebäudekomplex Post u. Gasthof zur Post Lehrer Peter Krämer mit Schulkindern
Bearbeitung, Gestaltung .W.Richards


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